San Juan

San Juan
 
[saȖ'xu̯an], Name von geographischen Objekten:
 
 1) San Juan, Hauptstadt der Provinz San Juan, Argentinien, 647 m über dem Meeresspiegel, am Fuß der Vorkordillere, 119 500 Einwohner; Erzbischofssitz; katholische Universität, Landwirtschaftsschule, Erdbebenwarte, Sarmiento-Museum; Weinkellereien; Verarbeitung von Fleisch, Obst, Getreide; Flughafen.
 
 
San Juan, 1562 etwa 3 km weiter nördlich gegründet, 1593 an die heutige Stelle verlegt, wurde 1944 durch ein Erdbeben fast völlig zerstört und modern wieder aufgebaut.
 
 2) San Juan, Hauptstadt und wichtigster Hafen von Puerto Rico, an der Nordküste, (1995) 438 100 Einwohner (rd. 12 %, in der Metropolitan Area fast ein Drittel der Gesamtbevölkerung Puerto Ricos). San Juan ist Kulturzentrum mit staatlicher Universität (im Stadtteil Río Piedras), privater Interamerikanischer Universität, katholische Universität (im Stadtteil Santurce), Akademie für spanische Sprache, Generalarchiv, Museen, Bibliotheken; katholischer Erzbischofssitz. Wichtigstes Handels- und Industriezentrum des Landes, mit Erdölraffinerie, chemisch-pharmazeutische, Zement-, Metall-, elektronische, Textil-, Tabak-, Nahrungs- und Genussmittelindustrie (u. a. Zuckerraffinerie, Brennereien, Brauereien); Drehscheibe des Flug- und Schiffstourismus in der Karibik; internationaler Flughafen; Naturhafen.
 
 
Die auf einer Landzunge gelegene, von Stadtmauern (16./17. Jahrhundert) umgebene Altstadt und die Festung La Fortaleza (um 1530 ff., seit 1822 Sitz des Gouverneurs von Puerto Rico) wurden von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Die Altstadt wird im Westen beherrscht vom Castillo de San Felipe del Morro (1533, 1783 umgebaut) mit sechs übereinander liegenden Wehranlagen (bis 43 m über dem Meeresspiegel) und einem dichten System unterirdischer Gänge. Östlich der Altstadt das Castillo de San Cristóbal (1766-72; bis 50 m über dem Meeresspiegel). Die Kathedrale, 1540 in gotischem Stil erbaut, wurde im 19. Jahrhundert erneuert (Schatzkammer); der Kreuzgang des ehemaligen Klosters Santo Domingo (1523) hat doppelstöckige Arkaden; die Kirche San José wurde 1532 erbaut. Der Gouverneurspalast La Fortaleza wurde als Festungsturm errichtet, 1846 zum Palast umgestaltet; Rathaus (Alcaldía; begonnen 1604; Ende 18. Jahrhundert restauriert). In mehreren der kolonialzeitlichen Bauten sind Museen (vorkolumbische, kolonialzeitliche und moderne Kunst) eingerichtet: u. a. Casa Blanca (1521), Casa de los Contrafuertes (1715).
 
 
1508 gründeten die Spanier unter J. Ponce de Léon die Siedlung Caparra westlich der heutigen Metropole, mussten sie aber 1521 wegen der ungesunden Verhältnisse an den heutigen Platz verlegen. Der wirtschaftliche Aufschwung setzte erst nach der Besetzung durch die Amerikaner (1898) ein.
 
 3) San Juan, Provinz in Nordwestargentinien, an der chilenischen Grenze, 89 651 km2, (1995) 551 000 Einwohner, Hauptstadt ist San Juan. Die Provinz hat Anteil an den Anden (Cerro Mercedario, 6 770 m über dem Meeresspiegel), der Vorkordillere sowie den sandigen Gebirgsfußebenen (Cuyo) mit Bewässerungslandwirtschaft (Reb-, Zwiebel-, Tomaten-, Ölbaum-, Apfelkulturen); zweitgrößtes Weinbaugebiet des Landes (61 000 ha Rebfläche), liefert ein Viertel der argentinischen Weinbauproduktion (v. a. Likörweine); Abbau von Graphit, Kupfer- und Zinkerz.
 
 4) Río San Juan ['rrio -], rechter Nebenfluss des Rio Grande, Nordostmexiko, entspringt in der Sierra Madre Oriental, etwa 120 km lang; oberhalb der Mündung im Bundesstaat Tamaulipas seit 1946 zur Presa Marte R. Gómez (früher Presa del Azúcar) gestaut (1,08 Mrd. m3, für Bewässerung).
 
 5) Río San Juan ['rrio -], Río Desaguadẹro, Fluss in Nicaragua, Ausfluss des Nicaraguasees, mündet ins Karibische Meer, 199 km lang; im 19. Jahrhundert von Reisenden als Schifffahrtsweg nach Kalifornien benutzt.
 
 6) San Juan Ba|utịsta, Hauptstadt des Departaments Misiones, im östlichen Paraguay, 6 900 Einwohner; Bischofssitz.
 
 7) San Juan de la Peña [-'peɲa], ehemaliges Benediktinerkloster in der Provinz Huesca, Nordspanien, 1 115 m über dem Meeresspiegel, 15 km südwestlich von Jaca. Das Kloster, 855 erstmals urkundlich erwähnt, war vom 10. bis 12. Jahrhundert ein bedeutendes Zentrum der Reconquista und führte 1025 die kluniazensische Reform ein, erst 1071 wurde die mozarabische Liturgie durch die römisch-katholische ersetzt. Nach der Vereinigung Aragoniens mit Katalonien verlor es an Bedeutung. - Zweischiffige mozarabische Unterkirche (9.-10. Jahrhundert), einschiffige romanische Oberkirche (1094 geweiht); romanisches Panteón der Adligen Aragoniens und Navarras (Grabmäler des 11.-14. Jahrhunderts); Panteón der Könige (27 Sarkophage, darunter die von Ramiro I., ✝ 1063, Sancho Ramirez, ✝ 1094, und Doña Jimena, seit 1074 Gattin des Cid); spätgotische Kapelle San Victorián (15. Jahrhundert); frühbarocke Kapelle San Voto (16. Jahrhundert).
 
 8) San Juan de los Mọrros, Hauptstadt des Bundesstaates Guárico, Venezuela, 430 m über dem Meeresspiegel, in südlichen Ausläufern der Küstenkordillere, 67 600 Einwohner; Universität; Kurort mit heißen Schwefelquellen; Nahrungsmittel- und Holz verarbeitende Industrie.
 
 
Gegründet 1675.
 
 9) San Juan de Pạsto, Stadt in Kolumbien, Pasto.
 

Universal-Lexikon. 2012.

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